Was kümmert mich mein Gezwitschere von gestern
So, hiermit erkläre ich das Sommerloch für geschlossen. Es wird jetzt hier und andernorts wieder häufiger gebloggt. Irgendwie habe ich mich immer noch nicht so richtig ans Twittern gewöhnt, weder was das Verfolgen von Twitter-News angeht noch das eigene Gezwitschere. In den zwei Twitter-Zeilen lässt sich halt nicht beliebig viel Tiefgang transportieren. Hinzu kommt, dass Twitter nicht nur ein sehr schnelllebiges Medium ist, sondern auch ein sehr kurzlebiges, nämlich was die transportierten Inhalte angeht.
“Was kümmert mich mein Gezwitschere von gestern” soll einst Konrad Adenauer gesagt haben. Oder so was ähnliches. Twitter ist insofern die ideale Plattform für Verkäufer, Vertreter und Politiker.
Der Nutzwert einer Twitter-Nachricht mag hoch sein, die Halbwertszeit dieser Nachricht dürfte hingegen schneller gegen Null tendieren als ne ausgetickte Atombombe. Twitter ist wie ein riesiger Informations-Staubsauger, was einmal drin ist, kannste gleich danach auf den Müll schmeißen. Astrophysiker warnen schon vor einem Schwarzen Loch im Internet – ich glaube Twitter könnte in dessen Zentrum liegen
Scherz beiseite, aber so ein echter Twitteraner werde ich wohl nie werden können. Auch nicht werden wollen. Da Lobe ich mir doch das Bloggen. Mit einem Weblog kann man Werte schaffen. Werte mit einer nicht verschwindenden Halbwertszeit. Wenn ich mal 4 Wochen in Urlaub seien sollte, dann tummeln sich vielleicht immer noch 1000 Besucher auf meiner Website. Wenn ich 4 Wochen lang nicht twittere, dann passiert auch nichts. Dann herrschst großes Schweigen.
Und wenn ich einmal sterben werde, dann steht immer noch mein Weblog im Internet herum, können mich Freunde besuchen oder Unbekannte versuchen mich zu verstehen. Und sie alle können untereinander oder über mich diskutieren und mir Nachrichten im Blog hinterlassen, die ich dann von weit oben lesen werde. Twittern werde ich hingegen nicht. Denn wen kümmert schon mein Gezwitschere von gestern?



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